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Zur Produktion
Eine programmatische Jazz-Produktion der K&K Verlagsanstalt nach einem Konzept von Josef-Stefan Kindler, kompositorisch umgesetzt von Thorsten Wollmann.
Lost in Clubs ermöglicht mittels der Bindung einer atmosphärischen Handlung an die Komposition den Eindruck eines szenischen Einblickes in die Gefühls- und Mentalsituation eines Jazzmusikers (der 90er) und macht diese dem Publikum zugänglich.
Kein Remake, sondern die "Lost in Clubs"-Situation der jungen Musiker, die im Underground nach dem verlorenen Kontakt zum Publikum suchen - zu dessen Sprache - um wieder in einen Dialog mit demselben zu treten.
Im "ganz unten" die Abweichung vom Weg zum Herzen des Publikums erkannt zu haben, vor der zu erwartenden Aufgabe (der Konsequenz des Erkennens) immer wieder zurückschreckend in die Virtuosität des bestehenden Establishments, und vorwärts tastend zum Publikum durch den neuen StandArt, der beginnt, an den Crossroads der Entgleisung. Nicht zum Pop, back zum Wesentlichen, den vermittelbaren Inhalten. Der zweite Teil des Konzeptes, neue vermittelbare Themen zu schaffen, findet seine Umsetzung im Teil II des Konzeptes, der Produktion Lazy Standards.
Thorsten Wollmann zu Lost In Clubs:
"Die Idee für diese Produktion stammt von dem Verleger Josef-Stefan Kindler, Inhaber der K&K Verlagsanstalt. Hinter dem Programm dieser CD steckt mehr als nur eine einfache Zusammenstellung von Titeln, arrangiert für eine klassische Jazzsextett-Besetzung. Eine Vorgabe für mich war zunächst einmal das schon lange vor der Produktion fertiggestellte, sehr atmosphärisch wirkende CD-Cover. Da mich Bilder schon immer für meine Kompositionen inspiriert haben, bekam ich schon bald eine genaue Vorstellung davon, wie man den Charakter der Musik für diese CD gestalten könnte.
Die Situation, die beschrieben werden soll, ist die einer neuen Generation von Jazzmusikern, die hier in Europa aufgewachsen sind und ihre Liebe zum Jazz entdeckten, Jahre an Arbeit investierten um ihr Instrument und diese Sprache zu lernen, eventuell an einer Jazzabteilung innerhalb einer Musikhochschule studierten, um dann schliesslich soweit zu sein, an ein Publikum herantreten zu können. Doch erst sehr spät erkannten sie, dass das Publikum, welches sich für sie interessiert, praktisch kaum vorhanden ist. Nur eine Minderheit interessiert sich auf der ganzen Welt für Jazz, in den Jazzclubs in Europa spielen fast nur amerikanische Musiker und von der erträumten Existenzmöglichkeit als kreativer Jazzsolist bleibt nicht viel Hoffnung übrig, zumal es bei einem der wenigen "Gigs", die überhaupt stattfinden, oftmals nicht mehr als die Fahrtkosten, geschweige denn eine gerechtfertigte Gage gibt.
Hinzu kommt noch, dass ein junger Jazzmusiker sich irgendwann fragt, wo er denn eigentlich steht? Welches ist sein Stil, seine Aussage, in Anbetracht einem Wirrwarr von schon Dagewesenem und vielleicht Neuem?
Man stellt fest, dass selbst der Begriff "Jazz" nicht eindeutig definierbar ist, es herrscht ein allgemeines Chaos an Stilen und Auffassungen. Was folgt, ist eine Identitätskrise des Musikers, welcher sich verlassen und vielleicht auch enttäuscht fühlt, was er wiederum mit seinem Spiel auszudrücken versucht. Melancholisch ist also die Grundsituation, jedoch besteht die Möglichkeit zu erkennen, dass man sich auf der Suche befindet und es vielleicht einen Ausweg gibt, indem man mehr den Kontakt zum Publikum sucht und dabei vielleicht ganz unbewusst zu seiner eigenen Sprache und Aussage findet - es besteht also doch noch Hoffnung.
Zu den Kompositionen
Am Anfang der CD stehen "FIVE PORTRAITS" von Persönlichkeiten der Jazzgeschichte, die auch meine eigenen Vorbilder waren, es sind Miles Davis, John Coltrane, Bill Evans, Stan Getz und Chet Baker. Die Musik versucht hier nicht authentisch zu sein, weder in der Komposition, noch in den Improvisationen, es geht vielmehr darum, zunächst einmal aufzuzeigen, woraus der Jazz besteht, welcher meine eigene Generation mit Bewunderung erfüllte. Wichtig ist es mir, die Atmosphäre einzufangen, die den jeweils Portraitierten umgeben hat, und dabei ein entsprechendes Umfeld abzustecken.
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